Kampagne „Rund um Fair!“

Die Steuerungsgruppe „Friedrichshain-Kreuzberg wird fair!“ und das „Berliner Promotor*innenprogramm“ haben eine Kampagne für mehr globale Gerechtigkeit beim Sport auf die Beine gestellt. Unter dem Titel „Rund um Fair!“ werden Workshops, Vorträge, Kurse und öffentliche Veranstaltungen in Berlin organisiert. Das Ziel ist die Stärkung des Fairen Handels und der Fairen Beschaffung im Bezirk.

Helena Jansen ist die Koordinatorin und  die Ansprechperson beim Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg (E-Mail: helena.jansen@ba-fk.berlin.de). Bei ihr kann man Workshops mit Jugendgruppen und Schulklassen buchen, die von verschiedenen Referent*innen durchgeführt werden, u.a. Enrique Zaragoza von Nachhaltigersport. In den Workshops werden Themen wie Arbeitsbedingungen, geschichtlicher Hintergrund des Fußballs, Produktionsschritte, und Globalisierung behandelt. Zudem werden grundsätzliche Informationen und Länderinformationen zu Pakistan und Sialkot, der Hauptstadt der Fußballproduktion vermittelt. Ein Workshop dauert circa 90 Minuten und für die Schulen fallen keine Kosten an. Bisher wurden bereits mit Erfolg 4 Workshops organisiert.

Collage: Philipp Striegler

Warum Fußbälle aus fairem Handel?

Ein Großteil der Fußbälle wird immer noch von Hand genäht. Die Näher*innen arbeiten unter schlechten Arbeitsbedingungen und erhalten einen zu niedrigen Lohn, der häufig nicht zum Leben reicht.

Inzwischen gibt es jedoch Anbieter, die fair gehandelte Bälle in verschiedenen Qualitätsstufen – sowohl für’s Training, als auch mit FIFA-Zertifizierung für den Profisport – produzieren, teilweise mit individuellem Design auch in geringer Stückzahl. Einige Marken sind: Derbystar, Puma, Gepa, Bad Boyz Ballfabrik e.K., Cawila Teamsport, Versandhaus Memo, Fairtrade-Center Breigau, El Puente.

Leider ist dies jedoch den wenigsten Fußballer*innen bekannt und es handelt sich nach wie vor um eine kleine Produktgruppe, für die seitens der Verbraucher*innen wenig Bewusstsein vorhanden ist. Daher ist Bildungsarbeit hier besonders wichtig. Positive Schritte könnte es nur dann geben, wenn Vereine und Schulen vermehrt Bälle aus fairem Handel kaufen und die FIFA es erlauben würde, dass Fairtrade-Sportbälle auch auf Liga- und Turnierebene eingesetzt werden.

Fairtrade Fußbälle

In der letzten Ausgabe der Zeitschrift Enorm (4/2013) auf Seite 43 findet man einen interessanten Artikel über Fußbälle. Einige Informationen haben meine Aufmerksamkeit erregt:

„Der aktuelle Spielball der 1. Bundesliga kostet im Handel rund 130 €. Etwa 40 Cent davon erhält eine Arbeiterin in der Fabrik –  Für einen handgenähten Ball benötigt sie etwa drei Stunden. Rund 70 Prozent der handgenähten Fußbälle kommen aus der Stadt Sialkot im Nordosten Pakistans (…) FIFA prüft Form, Größe, Gewicht und Material der Bälle. Kriterien, wie gerechte Löhne in der Herstellung, spielen dabei keine Rolle.“

Nächstes Jahr wird Brasilien die Fußball WM 2014 organisieren und die Prognosen sagen, dass  in einem Weltmeisterschaftsjahr Millionen Fußbälle verkauft werden. Ein wichtiger Teil des Nachhaltigen Sports sind die Sportartikel, die wir beim Sport benutzen. Woher kommen sie? Unter welchen Bedingungen wurden diese Artikel hergestellt? Wir wissen, dass die meisten Sportartikel in China und Bangladesch produziert werden, weil die Arbeitsstandards und die Löhne dort sehr niedrig sind. Aber wir haben in diesem Fall bereits eine Alternative: Fairtrade Fußbälle.

Fairtrade Produkte bedeutet:

Nazra, TransFair e.V. Fairtrade-Bälle

Nazra, TransFair e.V. Fairtrade-Bälle

– Ausbeuterische Kinderartbeit und Zwangsarbeit sind verboten.

– Faire Preise, die mindestens die Produktionskosten decken.

– Faire Löhne für die Arbeitnehmer.

– Prämie für Gemeinschaftsprojekte.

– Langfristige Handelsbeziehungen.

– Diskriminierungsverbot & Versammlungsfreiheit.

Marken wie Gepa, El Puente, UHL Sport, Ethletic, Bad Boyz, Green&Fair und Derbystar bieten schon gesiegelte Fairtrade-Sportbälle. Mehr Informationen über Fairtrade-Sportbälle: hier.

TransFair e.V. Fairtrade-Bälle

TransFair e.V. Fairtrade-Bälle