Klima-Check für Sportstätten und Sportanlagen

Seit 2009 bietet der Bayerische Landes-Sportverband (BLSV) für seine Vereine eine Energieberatung zur energetischen Sanierung von Sportstätten an.

Beim diesem sogenannten Klima-Check stehen bereits vorhandene Sportstätten, Sporthallen und Sportanlagen im Fokus. Hierzu zählen alle gedeckten und ungedeckten Anlagen und Einrichtungen sowie zweckbestimmte Flächen, die primär zur Ausübung von Sportaktivitäten genutzt werden. In Deutschland gibt es derzeit laut Prof. Dr. Roth, Leiter des Instituts für Natursport und Ökologie an der Deutschen Sporthochschule Köln, 231.441 Sportstätten!

Als Gegenstand der energetischen Beratung hat der BLSV folgende Einrichtungen identifiziert:

  • Vereinsheime mit der dazugehörigen Außensportanlage
  • Ein-, Zwei-, Dreifach-Sporthallen, Mehrzweck- und/oder Gymnastiksportanlagen, ggf. mit den dazugehörigen Außensportanlagen

Das Alter zahlreicher Sportanlagen ist der Grund für ihre energetische Ineffizienz. Daher gibt viele Maßnahmen, die ergriffen werden könnten um Energie zu sparen. Diese würden zu geringeren Betriebskosten führen und beim Klimaschutz helfen. Kurz gesagt, die Sportanlagen würden nachhaltiger werden.

Die möglichen Maßnahmen können je nach Aufwand bzw. Investitionskosten wie folgt unterteiltt werden:

1 – Kurzfristige Maßnahmen

  • Maßnahmen zur Minderung des Wasserverbrauchs an den Handwaschbecken und an den Duschen. Installation von:
    • Wasserspararmaturen,
    • Selbstschlussarmaturen,
    • Durchflusskonstanthaltern,
    • Wassersparspülkästen.

2 – Mittelfristige Maßnahmen

  • Verbesserung der Verteileinrichtungen:
    • Pumpenerneuerung;
    • Dämmung des Verteilleitungsnetzes.
  • Beleuchtung:
    • LED-Lampen, LED-Außenstrahler, LED-Flutlichtstrahler;
    • Installation von Bewegungsmeldern;
    • Nutzerangepasste Steuerung der Beleuchtung über eine Zeitschaltuhr;
    • Tageslichtabhängige Beleuchtung.

3 – Langfristige bzw. strukturelle Maßnahmen

  • Dämmung:
    • Gebäudehülle (Dachfläche und Fassade)
    • Innen-Dämmung
  • Fenster/Türentausch
  • Installation effizienter Energieversorgungsanlage:
    • Mikro-Blockheizkraftwerks;
    • Brennwertkessels mit elektronisch geregelten Heizkreispumpen;
    • Solarwarmwasseranlage;
    • Photovoltaikanlage.
  • Hallenheizung:
    • Einbau energieeffizienter Dunkelstrahler.

Gut zu wissen:

2017 wird die Sanierung von Sportstätten vom Bund weiter gefördert. Neben dem Projekt Klima-Check in Bayern gibt es viele Landessportverbände, die Öko-Check-Programme anbieten. Hier kannst du mehr erfahren.

 

Nachhaltiges Skifahren: Welche sind die Initiativen und wo?

In dem Fall des alpinen Skifahrens dürfen wir den Begriff „nachhaltiger Sport“ verwenden?

Das Thema ist sehr umstritten. In einem anderen Artikel haben wir über ein nachhaltiges Skigebiet in Österreich berichtet: ein Skigebiet ohne Skilifte. Allerdings, abgesehen von einigen neuen Konzepten von Winterurlaub, ist das Skifahren, von Massentourismus geprägt, eines der umweltschädlichsten Sportarten.

Wenn wir die Kategorien von „umweltadaptiver und umweltaggressiver Sportart“ verwenden, Skifahren gehört zweifellos zu der zweiten Kategorie. Weil:

  1. Passt sich nicht zu den Energieressourcen an, die die Natur zur Verfügung gestellt hat, sondern es wird ein Antrieb gebraucht, die Seilbahnen.
  2. Die Umwelt muss für die Sportart vorbereitet werden.

Wenn aus diesen beiden Punkten mehr ins Detail gehen, wird schließlich klar, dass der alpine Skisport mit einer nachhaltigen Sportart nicht viel zu tun hat: die Vorbereitung der Pisten, die Beseitigung von Bäumen, der Wasserverbrauch für die Beschneidung, die Errichtung von Parkplätzen, Restaurants, Skianlagen, den Stromverbrauch von diesen Anlagen, die Emissionen und die Luftverschmutzung durch die Fahrzeuge verursacht.

 

Nachhaltiges Skifahren: Welche sind die Initiativen und wo?

In diesem Artikel möchte ich berichten über was einige Gemeinden und die Skigebiete tun, um den alpinen Skisport mit der Nachhaltigkeit zu verbinden. Die Gründe für diese Initiativen sind, meiner Meinung nach:

  1. Immer mehr Kunden sind zu diesen Themen empfindlich und fördern ein nachhaltigeres Angebot an.
  2. Starke Umweltbewegungen drücken für mehr Umweltverträglichkeit.

Mein Ziel ist einen Überblick über die Strategien und die ergriffenen Maßnahmen zur Nachhaltigkeit zu geben. Zudem möchte ich Dir einige praktische Hinweise geben, wo Du Skifahren kannst, wenn du eine nachhaltigere Praxis unterstützen willst.

 

Garmisch-Partenkirchen, Bayern, Deutschland

Garmisch-Partenkirchen_Nachhaltiger_Sport

Garmisch-Partenkirchen, in den Alpen südlicher von München, ist eines der berühmtesten deutschen Skigebiete. Vor kurzem wurde die „Nachhaltigkeitsstrategie 2020“ vorgestellt. Es ist eine Strategie, die die Maßnahme und die Ziele für eine nachhaltige Entwicklung der Gemeinde setzt. Die enthaltenen Maßnahmen sind so gegliedert:

  1. Mobilität und Verkehr
  2. Soziale und Demografie
  3. Wirtschaft und Tourismus
  4. Energie und Umweltschutz
  5. Natur- und Landschaftsschutz

Der Punkt Nummer 4, „Energie und Umweltschutz“ definiert die Energiestrategie, um die CO2-Emissionen zu reduzieren:

  • Stromversorgung: Nutzung der erneuerbaren Energiequellen wie Biomasseanlagen.
  • Verbesserung der Energieeffizienz durch KWK-Anlagen und Fernwärmenetz.
  • Überwachung der Energieverbrauch von Gebäuden.

 

San Martino di Castrozza-Rolle, Trentino, Italien

Val Venegia_Pale di San Martino_Nachhaltiger_Sport

Das Skigebiet San Martino di Castrozza-Rolle in der herrlichen Kulisse der Dolomiten wurde von Legambiente (italienische Umweltschutzorganisation) 100% erneuerbar erklärt.

Die Skianlage werden mit Strom von sieben Wasserkraftwerken versorgt. Eine Einsparung von 88000 Tonnen Öläquivalent wurde berechnet, die 27 Tausend Tonnen weniger CO2 in der Atmosphäre entsprechen.

Außer den Kraftwerken, die Strom versorgen, stehen Biomasseanlagen und das Fernwärmenetz für die Wärmeerzeugung. Das Holz, das diese Anlage versorgt, kommt aus dem Tal.

Die ist Teil des Projekts Greenway Primiero. Es ist ein Projekt zur Förderung von nachhaltigen Initiativen im Bereich der erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz mit dem Ziel, die Nutzung fossiler Brennstoffe zu reduzieren, die Mobilität und die Landschaftspflege zu fördern. Zum Beispiel für diejenigen, die das Skigebiet mit einem Elektro- oder Hybridfahrzeuge erreichen, wurden 16 Ladestationen zur Verfügung gestellt, wo man umsonst landen kann.

Anmerkung: Hier die Richtlinien (ITA)

 

Carezza, Südtirol, Italien

Lago di Carezza_Nachhaltiger_Sport

Wenn man die Region Südtirol betrachtet, der Anteil, der Skianlagen von Wasserkraftwerken bzw. Biomassekraftwerken versorgt ist, steigt bis zu 98%. Ein Skigebiet davon ist Carezza, direkt unter dem spektakulären Rosengarten, wo die Projektinitiative „alpine Klimaskigebiete“ entwickelt wurde. Die Initiative, zusammen mit dem Partnergebiet Arosa in der Schweiz, zielt darauf ab, durch die Einführung von Pilotmaßnahmen für die Energieproduktion aus erneuerbaren Energiequellen, die Skigebiete klimafreundlicher zu machen.

 

Plan de Corones, Südtirol, Italien

Wie bereits erwähnt ist die nachhaltige Mobilität ein Bereich, in dem Südtirol stark investiert hat. Ein weiteres Beispiel davon ist Plan de Corones, die 114 km Pisten bietet. Das Skigebiet ist direkt mit dem Zug erreichbar und die Pisten und die Dörfer sind durch ein Busservice verbunden.

 

Merano2000, Südtirol, Italien

Merano2000_Nachhaltiger_Sport

Wie für das Skigebiet Carezza, werden die Anlagen von Meran 2000 durch erneuerbare Energien vollständig versorgt und ein ökologisches Busservice ist vorgesehen.

 

Cortina d’Ampezzo, Venetien, Italien

Im Jahr 2019 wird Cortina die alpine Skiweltmeisterschaft organisieren. Die Stadt hat einen Plan für eine „grüne Weltmeisterschaft“ präsentiert, die große Investitionen im Sektor der Mobilität umfasst. Zudem sind keine überdimensionierten Baumaßnahmen vorgesehen. Das Motto ist, dass keine Anlage nach der Skiweltmeisterschaft ungenutzt bleiben werden muss.

 

Tenna, Graubünden, Schweiz

Graubünden_Nachhaltiger_Sport

In Tenna wurde einen nachhaltigen Skilift installiert, da es komplett mit Solarenergie betrieben wird. Die Fotovoltaik-Anlage von dem Solarskilift produziert etwa 90.000 kWh/a. Davon sind 25.000 verwendet, um den Solarskilift zu versorgen, der Rest wird ins Netz eingespeist.

 

Les Menuires, Frankreich

Ein der ersten Skigebieten, das die europäische Norm ISO 14001 anwendet. Diese Norm regelt und zertifiziert die Anforderungen an ein Umweltmanagementsystem. Um die Zertifizierung erhalten, werden, unter anderen Parametern, die Umweltauswirkungen von Abfällen auf das Ökosystem und die Nutzung der natürlichen Ressourcen untersucht.

 

Fazit

In diesem Artikel habe ich Dir einige Skigebiete und einige interessante Projekte gezeigt, die ein Nachhaltigkeitskonzept zu alpinen Skisport anwenden. Die am meisten betroffenen Sektoren sind:

  1. Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen für die Versorgung von Skianlagen und Einrichtungen.
  2. Die nachhaltige Mobilität.

Meiner Meinung nach sind die besten Projekte diejenige, die die Problematik einer nachhaltigen Entwicklung des Skigebiets mit einer ganzheitlichen Betrachtungsweise angehen. Die „Nachhaltigkeitsstrategie 2020“ (Garmisch), das Projekt „Greenway Primiero“ (San Martino di Castrozza) und die Projektinitiative „alpine Klimaskigebiete“ (Carezza) sind ein gutes Beispiel dafür. Sie legen eine Strategie für die Zukunft fest, die verschiedenen Bereiche betrifft.

Bevor wir wirklich von „nachhaltigem Skifahren“ sprechen können, gibt es noch viel zu tun. Trotzdem, wie Du gesehen hast, gibt es interessante Initiativen. Wenn diese Initiativen richtig unterstützt werden, können zu guten Ergebnissen führen.

Diese sind keine Einzelfälle, sondern es handelt sich um eine Veränderung im Wintertourismus. Diese neuen Trends werden das Angebot tief ändern. Dies muss an die Konzepte der nachhaltigen Entwicklung, der Energieeinsparung und des Umweltschutzes sich anpassen.

 

Jetzt bist Du dran!

Warst Du mal in einem dieser Skigebiete? Sind Dir andere Initiativen bekannt, deren interessant wäre, darüber zu sprechen? Oder im Gegenteil, kennst Du Skigebiete, die, besonders negativ aus der Sicht der Nachhaltigkeit sind? Schreib es bitte in den Kommentaren.

 

Gastbeitrag: Hallenbäder – Nachhaltigkeit und Energieeffizienz

Unter dem Gesichtspunkt der Energieeffizienz und der Umweltverträglichkeit sind Hallenbäder ein besonders interessanter Fall. Aufgrund ihrer Eigenschaften sind sie sehr energieaufwändige Einrichtungen: Raumlufttechnik, Beleuchtung, Raumheizung, Warmwasserbereitung und Wasseraufbereitung. Es ist nicht ungewöhnlich, dass die bestehenden Bäder schlechte Gebäudehüllen, alte Pumpsysteme (z.B. Elektromotoren mit fester Drehzahl), ineffiziente raumlufttechnische Anlagen (RLT-Geräte), keine Wärmerückgewinnung und alte Beleuchtungseinrichtung aufweisen.

Aus diesen Gründen sind die Energiekosten der größte Haushaltsposten der Hallenbäder. Daher kann die Umsetzung von Maßnahmen, zur Steigerung der Energieeffizienz und der Umweltverträglichkeit, zu beeindruckenden Ergebnissen führen. Heutzutage ist die Bedeutung dieser Maβnahmen offensichtlich, aber wie kann eine energetische Sanierung eines Hallenbades am besten durchgeführt werden?

Der erste Schritt ist es, den Zustand der Anlage zu untersuchen. Dies bedeutet, die Erfassung des Energie- und Wasserverbrauchs aller Energieträger durch Fühler und Zähler, um die verschiedenen Interventionsbereiche zu identifizieren und sie nach Prioritäten zu sortieren.

Der zweite Schritt ist die Festlegung von Maßnahmen, die Energieeffizienz verbessern. Diese Maßnahmen können wie folgt unterteilt werden:

  1. Maßnahmen zur Reduzierung der Energieverschwendung.
  2. Maßnahmen zur Erhöhung der Energierückgewinnung.
  3. Energieversorgung der Anlage aus erneuerbaren Quellen.

Piscina

Der hohe Energieverbrauch ist auf die kontinuierliche Behandlung von großen Mengen an Luft und Wasser zurückzuführen. Die Wechselwirkung zwischen diesen beiden thermischen Massen ist der entscheidende Punkt, um die Anlage zu optimieren. Einerseits, ist es notwendig die Temperatur des Warmwassers für bestimmte Aktivitäten aufrechtzuerhalten. Auf der anderen Seite, ist es erforderlich dass das Wasser kontinuierlich zirkuliert, um den Wasseraustausch zu gewährleisten.

Die starke Verdunstung des Wassers in der Raumluft setzt einen Energie- und Wasserverlust, welcher mit neuem Wasser nachgefüllt werden muss, sowie eine Verschlechterung der hygrometrischen Bedingungen der Umwelt voraus. Je stärker diese Erscheinung ist, je höher also der Energieverlust, desto niedriger wird die Luftqualität, aufgrund des erhöhten Feuchtigkeits- und Chlorgehalts.

Infolgedessen sind aus energetischer Sicht die besten Maßnahmen, die zur Luft- und Wasseraufbereitung ergriffen werden. Nun wollen wir diese und andere wichtige Maßnahmen erläutern:

  • Pumpensystem: Falls nicht vorhanden, müssen Umwälzpumpen mit variabler Geschwindigkeit und einem hohen Wirkungsgrad installiert werden. Eine kleine Verbesserung des Wirkungsgrads kann zu erheblichen Energieeinsparungen führen, dank der hohen Zahl der Betriebsstunden. Der Betrieb dieser Pumpen muss dann, unter Berücksichtigung der Wassertemperatur, der Wasserqualität, der Beschäftigung des Tanks und der darin geplanten Aktivitäten, optimiert werden. Die Installation von Pumpen mit Frequenzumformer und die entsprechende Steuerungstechnik kann zu 15-20% Stromeinsparung führen.
  • Lüftung: Das RLT-Gerät muss einen Wärmetauscher für die Wärmerückgewinnung besitzen, um in der Abluft enthaltene Abwärme zurückzugewinnen und diese Energie an die Zuluft abgeben zu können. Diese Anlage muss unter den Temperatur- und Feuchtigkeitsbedingungen der Raumluft und der Luftqualität optimiert werden.
  • Beleuchtung: In einer geschlossenen Umgebung wie einem Hallenbad kann die installierte Leistung für die Beleuchtung, sowie die Betriebszeit hoch sein. Die LED-Beleuchtung ist eine sehr gute Lösung dafür. Es ist eine bewährte Technologie, die zahlreiche Vorteile hat. LED-Lampen haben einen hohen Energiewirkungsgrad (> 80 Lumen / Watt), d.h. mit der gleichen Lichtleistung wird viel weniger elektrische Leistung verbraucht als bei anderen Beleuchtungssystemen. Zudem erfordern die LED-Lampen aus ökologischer Sicht keine besondere Entsorgung, im Gegensatz zu den Energiesparlampen, die Quecksilber enthalten. Die positive Wirkung der Installation von LED-Beleuchtung kann noch weiter verbessert werden, wenn das Beleuchtungssystem mit Präsenzmelder ausgestattet ist.
  • Erneuerbare Energiequellen: Wenn man von erneuerbaren Energiequellen spricht, denkt man sofort an die Fotovoltaikanlage. Allerdings gibt es eine Lösung, die besonders interessant für Energieefizienz in Schwimmbädern ist: die Wärmepumpe. Eine Wärmepumpe ist eine Kältemaschine, die durch die Verwendung elektrischer Energie, thermische Energie einer Wärmequelle mit niedrigerer Temperatur entzieht und auf ein System mit höherer Temperatur überträgt. Das ist die Theorie. In der Praxis hat das System „Hallenbad“ große Wärmequellen, denen Energie für andere Prozesse entzogen werden kann. Einige Beispiele sind: die warme Raumluft, das Ersatzwasser von den Becken (28 °C). Eine Anwendung von dieser gewonnenen Abwärme ist die Warmwasserbereitung für die Duschen. Wenn eine Wärmepumpe 50 kW bereitstellt, kommen nur 10 kW von der Stromversorgung. Die anderen 40 kW werden diesen Wärmequellen entnommen. Deswegen werden diese Systeme den „erneuerbaren Energiesystemen“ zugeordnet. Erfahrungswerte aus der Praxis zeigen, dass die durchschnittliche Amortisationszeit für solche Anlagen bei 3 – 4 Jahren liegt. Darüber hinaus könnte diese Anlage mit einem Ökostromanbieter vereint werden, da zurzeit immer mehr Ökostromtarifen auf dem Markt zur Verfügung stehen. Anmerkung: Weitere Technologien bieten auch eine effiziente bzw. erneuerbare Strom- und Wärmeversorgung. Allerdings möchte ich mit diesem Artikel ein einheitliches Maßnahmenpaket vorstellen, um die Problematik der Energieeffizienz in Hallenbädern zu beleuchten. Jedoch nicht alle Systeme zur erneuerbaren Energieerzeugung durchzugehen. Die verschiedene Möglichkeiten, die die Technik anbietet sind: Kraft-Wärme-Kopplung, Fernwärme, Fotovoltaikanlage in Kombination mit Wärmepumpen, Solarkollektoren, Geothermie und Biomassekessel.
  • Chemikalien: Nachhaltigkeit heißt nicht nur den Energieverbrauch und somit den CO2-Ausstoß zu senken, sondern auch die Umwelt gegen gefährlichen Schadstoffen zu schützen. Dieses Ziel kann erreicht werden, wenn wir in einem Schwimmbad mit weniger Chemikalien arbeiten. Im Hallenbad Hesenleiser in Heidelberg beispielweise wird Chlor durch ein Elektrolyseverfahren als Desinfektionsmittel ersetzt und wurden Dosierstationen für Reinigungsmittel installiert.

Interessante Beispiele:

Gastautor: Mein Name ist Federico Garzia, ich komme aus Italien und habe an der TU München und an der TU Mailand ein Masterstudium in Umweltverträgliche Energiesysteme abgelegt. Seit 2014 arbeite ich in München als Ingenieur für Gebäudetechnik. Für Fragen stehe ich gerne jederzeit zur Verfügung unter: federico.garzia@gmail.com

Nachhaltiges Skigebiet in Österreich

Ein Skigebiet ohne Skilifte? Winterurlaub ohne Ski-Alpin? Das geht doch gar nicht, oder doch? 2011 hatte die Tiroler Ski-Station „Sonnenplateau Mieming“ den Mut in ihrem Skigebiet die Skilifte zu demontieren und damit den Weg hin zu einem nachhaltigeren Wintertourismus zu gehen. Nach langen Diskussionen siegte schließlich das Vorhaben die Gemeinde sich als einen Ort der Ruhe zu positionieren. In Zukunft sollten die Besucher des Tiroler Sonnenplateaus Abstand vom Zirkus der traditionellen Skigebiete bekommen. Der Ort wollte sich künftig in erster Linie an Familien und Naturliebhaber richten. Und, hat es geklappt?

„InntalMieming02“ von Chianti in der Wikipedia auf Deutsch. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons - http://commons.wikimedia.org/wiki/File:InntalMieming02.jpg#/media/File:InntalMieming02.jpg

Mieminger Plateau. Bild: Chianti in der Wikipedia auf Deutsch.

In Mieming kostete die Wartung der Skilifte die Gemeinde und den Tourismusverband jede Saison etwa 200.000 Euro. Die Skilifte waren außerdem so veraltet, sodass eine Investition von 5 Millionen Euro für die Erneuerung erforderlich gewesen wäre. Die Gesamtzahl der Skifahrer stagnierte seit Jahren und der Wettbewerb unter den Skigebieten, um die meisten Kilometer, wurde  immer härter. Hinzu kam, dass der Klimawandel sich bereits bemerkbar machte.  Es war also an der Zeit, eine neue Tourismusstrategie zu finden. Das schmälert jedoch nicht den Wert dieses Paradigmenwechsels.

Obras de ampliación de Formigal

Die traditionelle Strategie der Skigebiete lautet: Immer mehr Kilometer mit unheilvollen Konsequenzen für die Umwelt. Bild: Ausbau Formigal, 2004.

Unmittelbar nachdem die Skilifte im Herbst 2011 abmontiert waren, begann die Gemeinde eine neue Marketingstrategie: Natur, Ruhe und Berge ohne Kabel, Fern von der Ski-Alpin-Hektik. Die neuen Aktivitäten: Langlaufen, Ski-Touren, Schneeschuhwandern, Rodeln und ein Kinderland für die Jüngsten. Das Kinderland, wo die Kleinen spielen und mit Hilfe eines Schlepplifts Skifahren lernen können, war dafür gedacht, den Ort besonders für Familien attraktiv zu machen.

Langlauf und Ski-Touren sind nachhaltigere Sportarten als Skialpin. Bild: Llanos del Hospital, Benasque (Spanien).

Die erste Wintersaison ohne Skilifte war schlecht, einige Hoteliers sagten sogar, dass sie 20% weniger Hotelbelegung gehabt hätten. Die zweite Saison 2012/2013 war etwas besser und in der Saison 2014/2015 wurden wieder die frühere Anzahl an Hotelbelegungen erreicht*. Es hat sich aber die Art der Kunden verändert: Jetzt kommt mehr älteres Publikum, mehr Familien mit Kindern und Touristen, die beim Schneeschuhwandern lieber ein Reh im Wald treffen, als in einer endlosen Schlange von Skifahrern auf den Lift zu warten.

Die Gemeinde Mieming hat jetzt keine wirtschaftliche Belastung mehr durch die Wartung der alten Skilifte und zudem einen freien Ausblick, der nicht mehr von Türmen und Kabeln durchzogen ist. Diese Verbesserung ist vor allem in den Sommermonaten spürbar, wenn die Wiesen grün sind. Auch der Sommer zieht nun mehr Touristen an. Es ist eine sehr gute Nachricht, dass sich endlich jemand gewagt hat, zu beweisen, dass auch nachhaltiger Wintertourismus eine echte Alternative ist.

*Quelle:

Zeit on line – Tirol: Après Skilift, 07.05.2014

2014 International Report on Snow & Mountain Tourism

Sport und erneuerbare Energien in Brasilien

In Rio de Janeiro wurde der erste Fußballplatz der Welt aufgebaut, dessen Beleuchtung durch die kinetische Energie der Spieler versorgt wird. Unter den Kunstrasen wurden 200 Platten gelegt, die die Energie der Schritte in Licht umwandeln können. Einige Solarpanels unterstützen die Anlage. Genial!

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