Sportanlagen

Energieerzeugende Cardiogeräte

Energieerzeugende Cardiogeräte Energieerzeugende Cardiogeräte Fitnessstudio Nachhaltigkeit

Im Fitnessstudio werden ordentlich Kalorien verbrannt. In Deutschland waren es 2019 11,7 Millionen Menschen, die fleißig in einem Fitnessclub schwitzten. Wenn man sich vorstellt, dass rund um die Uhr auf der ganzen Welt gleichzeitig unzählige Menschen im Fitnessstudio Gewichte stemmen und auf dem Laufband laufen wird auch das Potential ersichtlich, welches sich hinter so viel Energieeinsatz verbirgt.

Was wäre, wenn wir diese Energie nutzen könnten, um damit Strom zu erzeugen?

Ein Sportstudio, dessen gesamter Strombedarf von der Muskelkraft der Mitglieder erzeugt wird, das vielleicht sogar gleichzeitig Elektroautos aufladen kann oder Strom an das anliegende Stadtviertel abgeben kann. Wenn dann auch noch der Mitgliedsbeitrag gesenkt werden kann, je häufiger die Person kommt und je mehr Strom die Person für das Fitnessstudio erzeugt, sind die Grundpfeiler für die Vision eines ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltigen Fitnessstudios gesetzt.

In den letzten Jahren wurden immer mehr innovative Ansätze entwickelt. Positive Beispiele sind der Club Energy Floors in Amsterdam, dessen Boden die Energie der Tanzenden aufnimmt und damit seinen Energiebedarf für die Lichtanlage deckt.

Oder Fitnesstudios wie Eco Gym Worldwide oder Sacramento EcoFitness, bei denen Mitglieder auf den Cardiogeräten nicht nur ihre überschüssigen Pfunde los werden sondern die Energie auch noch ins Stromnetz eingespeist wird.

Am Beispiel des Allgemeinen Hochschulsport der Leuphana Universität Lüneburg möchte ich die Möglichkeiten der Anschaffung von energieerzeugenden Cardiogeräten verdeutlichen.

Hierbei stehen drei Aspekte im Vordergrund:

  1. Reduzierung des Energieverbrauchs
  2. Sensibilisierung der Mitglieder
  3. Positionierung als innovativer Ideengeber im Sport

Als kleines Sportstudio wird der erzeugte Strom in keinem Verhältnis zum gesamten Stromverbrauch stehen. Dafür machen die Cardiogeräte einen zu geringen Anteil an der Ausstattung des Fitnessstudios aus. Deshalb sollte nicht der sofortige Austausch aller Cardiogeräte angestrebt werden, sondern phasenweise der Austausch abgängiger Geräte mit neuen, energieerzeugenden Alternativen vorgenommen werden.

Als Teil seiner Nachhaltigkeitsstrategie, hat der Hochschulsport sich zum Ziel gesetzt, seine Teilnehmenden, Übungsleitenden und Mitarbeitenden verstärkt für das Thema Nachhaltigkeit zu sensibilisieren. Viele der Studierenden können sich nichts unter einer kWh vorstellen oder haben eine Idee davon, wie hoch ihr Stromverbrauch ist. Genau daran soll angesetzt werden und dies so wieder greifbar gemachen werden. Außerdem soll den Mitglieder das Gefühl gegeben werden, dass sie selbst einen positiven Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten können. Wir befinden uns viel zu häufig in dem Gedankenkarussell, dass alles was wir tun, – die Autofahrt zum Einkaufen, die Wurst im Stadion, die neuen Klamotten – schlecht für die Umwelt sind und so kann ein Raum geschaffen werden, der wieder eine positive Verbindung schafft.

Photo by R.H. Lee on Unsplash

Strukturelle Veränderungen im Sportsystem sind notwendig. Deshalb ist es wichtig innovative Ansätze vorzuleben und andere Sportunternehmen, -vereine und -verbände an den Erfahrungen teilhaben zu lassen. Als Einrichtung einer Universität, die Vorreiterin im Bereich Nachhaltigkeit ist, kann gemeinsam mit Sponsoren und Unternehmenspartnern so eine Dynamik entstehen, die andere inspiriert und die Gestaltung einer nachhaltigen Entwicklung im Sport vorantreibt.

Mira Pape ist Beraterin für das Thema Nachhaltigkeit im Sport und koordiniert als studentische Nachhaltigkeitsbeauftragte die Nachhaltigkeitsaktivitäten des Allgemeinen Hochschulsports der Leuphana Universität Lüneburg. Weitere Informationen zu aktuellen und vergangen Projekten finden Sie unter www.mirapape.de

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