Radverkehrsstrategie in Kopenhagen

Im Juni bin ich mit dem Fahrrad durch Kopenhagen gefahren. Die Hauptstadt von Dänemark hat Amsterdam als fahrradfreundlichste Stadt Europas verdrängt und ich hatte deswegen großes Interesse zu sehen, wie das Fahrradwegenetz dort konzipiert und gestaltet ist.

Kopenhagen hat mehr Fahrräder als Einwohner

Besondere Merkmale des Biker-Paradies sind:

1. VIEL PLATZ FÜR FAHRRADWEGE: Das Erste, was mir in Kopenhagen aufgefallen ist, sind die breiten Fahrradwege. Als Beispiel: Auf dem Bild unten gehört die außergewöhnlich breite rechte Spur auf dieser Brücke den RadfahrerInnen. Anhand der Aufteilung von öffentlichem Raum wird die Verkehrspolitik einer Stadt erkennbar. Mehr oder weniger Platz für Autos, mehr oder weniger Platz für Fahrräder sprechen Bände darüber.  In vielen europäischen Städten werden die Fahrräder leider immer noch als Verkehrsmittel zweiten bzw. dritten Rangs betrachtet. In Kopenhagen, ist das glücklicherweise anders.

2. FAHRRADFREUNDLICHE STADTARCHITEKTUR UND DESIGN: Die berühmte „bycicle snake“ oder „Brückenschlag“ ist innerhalb von nur zwei Jahren eine der beliebtesten touristischen Attraktionen der Stadt geworden. Falls ihr ein Fahrrad ausleiht, dürft ihr die Gelegenheit nicht verpassen diese einmalige Fahrrad-Brücke zu überqueren!3. PFLASTER-STRAßE MIT FLÄCHE FÜR FAHRRÄDER: In vielen der gepflasterten Straßen von Kopenhagen findet man eine Nebenfahrbahn extra für Fahrräder, damit das Fahren nicht so unbequem wird. Viele europäischen Städte haben gepflasterte Straßen im Zentrum, was die Entdeckung der Stadt per Fahrrad ziemlich holprig macht. In Kopenhagen haben sie eine praktische Lösung gefunden.4. FAHRRÄDPARKPLÄTZE: Ich habe zum ersten Mal ein Fahrrad-Parkhaus in einem Einkaufszentrum gesehen. Coole Idee!
 

Neben dem Hauptbahnhof entdeckte ich einen Doppelstock-Fahrradparkplatz. Sehr praktisch um den oft knappen Raum optimal zu nutzen.

5. „GRÜNE WELLE“: Hier in Deutschland kennen wir die Grüne Welle für Autos. Aber in Kopenhagen haben sie auch eine Grüne Welle für Fahrräder konzipiert. Solange für den Fahrradfahrer die Lämpchen auf dem Boden Grün leuchten, weiß dieser, dass er an der nächsten Ampel grünes Licht hat.

6. CARGOBIKES „CHRISTIANIA“: Mit Transporträdern bewegt man sich wie ein Fisch im Wasser durch die Stadt und zudem kann man sie fast überall unkompliziert parken. Dieses Cargo-Fahrradmodell, bekannt als „Christiania“, wurde in Kopenhagen erfunden und ist ein Dauerbrenner. Hier ist das Lastenfahrrad sehr beliebt und wird für den Transport von Materialien, Einkäufen, Kindern uns sogar Omis benutzt. Die Dänen lieben Fahrräder und Design, deshalb sind sie sehr kreativ und entwickeln auch neue Fahrradmodelle. Ich hatte die Gelegenheit diese Leidenschaft beim Besuch eines modernen Geschäft von Biomega im Zentrum von Kopenhagen zu erleben.

 

7. DETAILS: In Deutschland sagt man, dass „der Teufel im Detail steckt“. Im Fall von Kopenhagen wurde ich, auch wenn ich die Stadt im Detail unter die Lupe genommen habe, positiv überrascht. Mülleimer für vorbeifahrende Radfahrer oder Fahrradschienen an Treppen sind solche Kleinigkeiten, die das ganze Bild der Fahrradstadt noch farbiger machen.

Die einzige Gefahr, die diesem Erfolg droht ist „Dying for success“. Derzeit gibt es täglich bereits so viele Fahrräder, dass es vor bestimmten Ampeln sogar zu Fahrrad-Staus kommt. Aber dieses Problem haben viele europäische Städte leider noch nicht…

 

Für wen aus Ihrem Bekanntenkreis könnte dieser Artikel interessant sein?

Vielen Dank fürs Weiterleiten!

 

 

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